Als »Epiker der Innenschau«, so der Filmjournalist Thilo Wydra, gelte Proust gemeinhin als unverfilmbar. Dennoch wagte sich die belgische Regisseurin Chantal Akerman an den fünften Band der Recherche. Tatsächlich handele es sich um »eine freie, sehr freie Adaption«, antwortet sie im Interview. Akerman verlegt die Handlung ins Paris der Gegenwart, verzichtet weitgehend auf jede Psychologie, behält lediglich die Konstellation bei. Simon (wie Marcel im Film heißt) lebt mit Ariane (Albertine) in Paris und verfolgt sie auf Schritt und Tritt, wobei Akerman mit Hitchcocks Vertigo ein Meisterwerk zitiert, das ebenfalls dem Thema Obsession gewidmet ist. Indem sie entschieden auf die Mittel des Films setzt, anstatt die der Sprache nachzuahmen, zeige Akerman anderen Proust-Interpreten, »wie’s gemacht wird« (Fritz Göttler).
»Phantastisch, wie Akerman in den Raum hinein inszeniert, in die hintersten Winkel der dunklen langen Gänge des bürgerlichen Pariser Appartements.« Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung
»Ein obsessioneller Film in jeder Hinsicht.«
Chantal Akerman
»Liebe kann überdauern – ohne daß man abhängig ist« Chantal Akerman im Gespräch mit Thilo Wydra
»Die filmedition suhrkamp verhehlt ihre Zugehörigkeit zu einem Buchverlag nicht und setzt beim Bonusmaterial auch auf die gute alte Drucksorte, also ein Booklet, das in diesem Fall Texte von Birgit Kohler, Thilo Wydra und eben Ulrich Peltzer enthält.« Bernd Rebhandl, FAZ