Als »Legende zu Lebzeiten und eine der prägendsten Figuren der humanwissenschaftlichen Forschung im 20. Jahrhundert« würdigte Die Zeit den französischen Ethnologen und Universalgelehrte Claude Lévi-Strauss, der im Oktober 2009 im Alter von einhundert Jahren starb. Für ihre Dokumentation haben Pierre-André Boutang und Annie Chevallay Interviews, Zeitzeugnisse sowie Filmmaterial, das Lévi-Strauss selbst gedreht hat, kunstvoll montiert. Der Ethnologe gibt Auskunft über seine Kindheit, seine Forschungsreisen und seine Arbeitsweise, aber auch über seine Liebe zur Musik.
Das Booklet enthält neben Texten Claude Lévi-Strauss’ und einem Porträt ein Gespräch über das Kino, das Michel Delahaye und Jacques Rivette 1964 mit Lévi-Strauss geführt haben.
Als Bonus:
TRAURIGE TROPEN, 46 Min., Farbe + s/w
Frankreich 1991
Originaltitel: A propos de Tristes tropiques
Farbe und Schwarzweiß
Ein Dokumentarfilm von Jorge Bodanzky, Jean-Pierre Beaurenaut, Patrick Menget
Eine Reise durch Brasilien zu den Nambikwara, den Kaduveos und den Bororo auf den Spuren des jungen Lévi-Strauss. Basierend auf Originalmaterial seiner Brasilienreise von 1935-1936 und späteren Interviews sowie Auszügen aus seinem berühmten titelgebenden Reisebericht.
DVD 5, PAL, Farbe + s/w, 16:9, 93 Min. + 46 Min., Stereo, deutsche Sprachfassung, französische Originalfassung, Kapiteleinteilung, mit einem ausführlichen Booklet
»Ein fesselnder Film über ein wohl einzigartiges Wissenschaftlerleben.« - FAZ
»Ein glanzvolles Beispiel dafür, was Kulturfernsehen leisten kann.« - FAZ
»Ein Mann erzählt. Mitten im Grünen sitzt er, in einem Baststuhl auf einer wilden Wiese.
Während er redet, schieben sich vergilbte Fotos und kurze Filmsequenzen von indigenen
Völkern aus Brasilien durchs Bild. Das ist der Film. Und dieser Film ist großartig. Denn der Erzähler ist Claude Lévi-Strauss, der berühmteste Ethnologe des 20. Jahrhunderts und Begründer der strukturalen Anthropologie. ... Hundert Jahre in neunzig Minuten – eine Unmöglichkeit, die gelingt, weil das Essenzielle bleibt: seine Worte, in denen Entdeckerlust, Leidenschaft und strukturalistisches Denken gleichzeitig stecken.« DIE ZEIT
»In dem Gespräch «Über Filmkunst», das Michel Delahaye und Jacques Rivette 1964 mit Lévi-Strauss führten und das in dem wieder einmal sehr informativen, reichen Booklet der DVD abgedruckt ist, wirft der Ethnologe Gedanken auf, die jeden Puristen des Kinos schlicht zur Verzweiflung treiben müssen – und die der unermüdliche Forscher zugleich so scharf, klug und provokativ formuliert, dass man letztlich doch nur allzu gerne dazu bereit ist, sich aus den üblichen filmtheoretischen Diskussionen in wildere Gebiete entfremden zu lassen. ... Auch in den beiden ... Dokumentationen ..., die die DVD versammelt, präsentiert sich der große Anthropologe als höchst eigenwilliger und trotz allem der Moderne verpflichteter Denker, der allerdings von sich selbst sagt, er wisse nicht, wie es ihn ins 20. Jahrhundert verschlagen habe.« NZZ, Alexandra Stäheli, 1. November 2011
»Er spricht über Überbevölkerung und «bulimische Konsumenten». Und er konstatiert, dass kein wesentlicher Unterschied zwischen Menschen und Mehlwürmern existiert.« Kunstbulletin Schweiz